John Delto im Gespräch mit Hans Georg Birkenfeld – 2

JD: Einige unserer Vorableser haben sich sehr lobend über das Kapitel „NLP“ geäußert, das wohl einige sehr interessante Passagen enthält. Was genau hat es denn überhaupt auf sich mit dieser „Neurolinguistischen Programmierung“?

HGB: Viele von uns tun sich heute noch schwer, NLP als Wissenschaft zu bezeichnen. Daran sind die beiden Begründer, John Grinder und Richard Bandler, im Übrigen selbst schuld: Zu Beginn, vor ca. 30 Jahren, haben sie ihre Methode bzw. Ihre Entdeckungen als Märchen verkauft! Das ist wahr, selbst in Seminaren haben sie immer betont, dass sie nur Lügen erzählen würden und nichts von dem, was sie lehrten, wahr sei. Allerdings wiesen sie auch darauf hin, dass ihre Methodik einfach funktionieren würde, und somit einer Anwendung nichts im Wege stünde.

Die Kunst der Verführung

Die Kunst der Verführung
H.G. Birkenfeld
Alex Reacher

Vor 30 Jahren fehlte in der Tat jedes wissenschaftliche Fundament und man konnte nicht genau erklären, wie diese Programmierung funktioniert. Heute hingegen sind fast alle Wirksamkeitsvoraussetzungen, von denen NLP bislang einfach ausging, auch wissenschaftlich untermauert.

Dessen ungeachtet ist es nicht erforderlich, genau zu verstehen, warum gewisse Verhaltensmuster so funktionieren, wie sie funktionieren, sondern eher, von diesen Mustern zu lernen.

Nehmen wir ein einfaches und nachvollziehbares Beispiel: Jemand kommt auf Sie zu, reicht Ihnen die Hand und lächelt Sie an. In den meisten Fällen werden Sie zurücklächeln, also Ihr Gegenüber spiegeln.

Sie sehen im Fernsehen eine sehr emotionale Begebenheit wie z.B. ein Schiffsunglück. Die Menschen weinen und liegen sich in den Armen. Das Gefühl der Trauer und des Verlustes steigt auch im Betrachter hoch, obwohl dieser objektiv betrachtet, dazu gar keinen Grund hat.

Alleine durch die Beobachtung werden in uns die gleichen Gefühle ausgelöst. Auf diesen Fakten basiert NLP. Uns interessiert in unserem Buch nicht warum, sondern vorrangig, wie wir uns diese Verhaltensmuster zunutze machen können. Natürlich besonders im Hinblick darauf, wie ein Mann bei einer Frau ein Gewisses Gefühl hervorrufen kann.

Machen wir uns nichts vor, uns geht es hier vorrangig darum, mit Hilfe von gewissen NLP Techniken sexuelle Spannung aufzubauen. Wir sehen uns genau an, wie eine Frau spricht und verwenden im Gespräch ähnliche Adjektive, wir sehen uns an, wie sie sich positioniert und ahmen ihre Sitzhaltung subtil nach. Wir achten auf die Gesten, die sie verwendet. Das schafft eine Art Vertrauen, eine Art Verbindung bei der Frau, sie sieht sich auf der gleichen Wellenlänge mit uns.

Das geht soweit, dass wir uns sogar mit dem Atemrhythmus synchronisieren! Richtig eingesetzt, erreichen wir dadurch, dass sie sich auf uns einlässt, sich wohlfühlt, eine wesentliche Voraussetzung, ans Ziel zu kommen.

JD: Halten Sie diese Anwendung nicht für manipulativ?

HGB: Nun, viele unserer zwischenmenschlichen Interaktionen zielen darauf ab, dass wir möchten, dass der andere etwas Bestimmtes tut, einen Wagen zu kaufen, den wir anbieten, oder ein Haus. Wir möchten überzeugen, wir möchten, dass unserer Meinung Nachdruck verliehen wird, kurz, wir manipulieren, oder versuchen es zumindest, ohnehin ständig.

JD: Einige unserer Vorableser waren der Meinung, dass das Buch mitunter frauenfeindliche Züge annehmen würde.

HGB: John, irgendwo im Buch habe ich aber auch deutlich gemacht, dass die Signale, die eine Frau unterbewusst aussendet, wenn ihr ein Mann auf den ersten Blick gefällt, auch durchaus bewusst gesendet sein könnten. Frauen können auch lesen, sind informiert und wissen um die Macht des Unterbewussten! Das heißt im Umkehrschluss, dass es Frauen sogar wesentlich leichter haben, einen Mann zu manipulieren und zu verführen, wenn sie ihre Karten richtig ausspielen. Männer sind nun einmal darauf programmiert, auf bestimmte Reize zu reagieren. Wir können nicht anders.

JD: Mittlerweile ist ja bekannt, dass oft, wenn wir eine „bewusste Entscheidung“ treffen, in Wahrheit unser Unterbewusstsein diese Entscheidung bereits vorab gefällt hat. Während wir noch überlegen! Das kann man durch Hirnstrommessungen belegen. Welche Auswirkungen hat das auf unser Verhalten?

HGB: Im Prinzip keine! Da wir alle glauben, bewusst zu handeln, es aber offensichtlich nicht tun, sind die Voraussetzungen für alle gleich. Im Wissen um diese Auswirkungen kann man allerdings versuchen, die Entscheidung, die ein Gegenüber zu treffen im Begriff ist, durch entsprechende Signale an dessen Unterbewusstsein zu steuern. Genau darum geht es bei der Beschreibung des Alpha Mannes!

JD: Ihre Beschreibung des Alpha Mannes, Brust raus, aufrechter, selbstbewusster Gang usw. klingt manchmal doch etwas naiv, um nicht zu sagen zu simpel. Gehört da nicht mehr dazu, als „Rudelführer“, wie Sie in Ihrem Buch so schön sagen, wahrgenommen zu werden?

HGB: Natürlich, mittel bzw. langfristig schon. Aber eine Meinung über einen Mann trifft eine Frau eben sehr schnell, innerhalb von wenigen hundertstel Sekunden. Wenn ein Mann hier den richtigen Auftritt hat, hat er meist schon gewonnen, so simple es sich auch anhören mag. Man kann natürlich nicht ausschließen, dass diese Meinung später korrigiert werden muss, aber das ist hier nicht von Bedeutung.

Wird fortgesetzt!

Die Mimik lügt nicht!

Lange bevor die frühe Menschheit eine Sprache entwickelte, war die Körpersprache – und damit die Mimik – das Mittel der Wahl, um Informationen zwischen den einzelnen Individuen auszutauschen. Liebe oder Abneigung, schmeckt oder schmeckt nicht, lies sich zum Beispiel recht leicht am Gesichtsausdruck des Gegenübers ablesen.

Wir wissen von den Anthropologen, dass sich die Sprache zuerst beim Homo Sapiens entwickelte, der damit einen überlebenswichtigen Vorteil vor seinen Zeitgenossen, den Neanderthalern, hatte, obwohl sie dem körperlich weit unterlegen waren. Es zeigt sich bis heute, dass zum Überleben der menschlischen Spezies wohl eher mehr Intelligenz erforderlich war und ist, als einfache körperliche Kraft. Noch heute verbinden wir mit den kräftigen, muskulösen Typen eher eine gewisse intellektuelle Bescheidenheit.

Wichtig in unserem Zusammenhang ist aber, dass die Mimik das Gefühlsleben eins zu eins widerspiegelt, die Sprache aber unabhängig davon funktioniert.

Die Kontolle der Gesichtsmuskeln und der Körpersprache ist sehr schwierig und zum Teil

gar unmöglich, während man auf der anderen Seite mit einem Lächeln die größte Unwahrheit sagen kann.

Versuchen Sie einmal, beim Empfinden eines Schmerzes oder großer Trauer ein heiteres Gesicht aufzusetzen, es wird Ihnen nur schlecht oder gar nicht gelingen.

Die Mimik lügt nicht, aber die Sprache kann das sehr wohl! Erst mit der Entwicklung der

Sprache konnte die Menschheit auch lügen, Ränke schmieden und Intrigen entwickeln.

Wenn Sie also lernen, auf die untrüglichen Zeichen der Körpersprache und der Mimik zu achten, so werden Sie eher erfahren, was ihr Gesprächspartner wirklich denkt, egal, was er sagt.  Auch wenn Sie es nicht gelernt haben, darauf detailliert zu achten, so bleibt oft ein gewisses “komisches Gefühl”, wenn wir belogen werden. Wir nehmen die Signale der Mimik unterbewusst sehr wohl wahr und hören etwas, was damit nicht übereinstimmt, das heisst, wir empfangen widersprüchliche Signale. Dann können wir zwar nicht genau sagen, was hier nicht stimmt, aber wir fühlen deutlich, dass uns hier wohl nicht die ganze Wahrheit gesagt wurde.

Die Mimik und das Verstehen derselben ist eben um ein vieles älter als die Sprache und

tief in uns verwurzelt.

Wir müssen also, wenn wir die Körpersprache und die Deutung neu erlernen wollen, nur altes und tief vergrabenes Wissen neu aktivieren, um dann laut und deutlich auch zwischen den Zeilen die eigentliche und unverfäschte Nachricht lesen und verstehen zu können.

In seinem Buch “Körpersprache deuten – Wege zu Erfolg und Anerkennung” hat Hans Georg Birkenfeld eine kleine Abhandlung veröffentlicht, die sich dem Interessierten Leser als Einstieg in das Thema empfielt.

Körpersprache verstehen und anwenden

Körpersprache deuten – Wege zu Erfolg und Anerkennung

Körpersprache deuten = Wege zu Erfolg und Anerkennung

….Was versteht man unter Körpersprache?

Unter Körpersprache versteht man die nonverbale, also die wortlose, Kommunikation mit einer anderen Person, eine Art Kommunikation, die wir bei jedem Aspekt der Interaktion mit anderen verwenden. Zu vergleichen mit einer Art Spiegel, der uns zeigt, wie andere Personen denken und fühlen, wenn man mit ihnen redet.

Körpersprache besteht aus Gesten, Mimik, Posen und anderen Zeichen.

Informationen, die wir im täglichen Leben jemandem zukommen lassen, werden in der Regel aus 60 bis 80 Prozent Körpersprache ausgedrückt, der wörtliche Teil dagegen besteht nur aus ca. 7 bis 10 Prozent.

Die Fähigkeit, Körpersprache bewusst und positiv einsetzen zu können, sowohl zum Übermitteln von Nachrichten als auch zum Lesen, unterscheidet den Mann vom Jungen, oder die Frau von dem Mädchen. Das Lernen und die Beherrschung der Körpersprache gehört zu den mächtigsten Werkzeugen der persönlichen Entwicklung. Man muss sich nur den Vorteil klarmachen, den man hat, wenn man diese Fähigkeit erlernt und einsetzen kann auf der Arbeit, im Geschäft oder in der Liebe. Eine wertvolle Hilfe, geradezu eine Waffe auf dem Weg zu einem erfolgreichen Leben.

Biologisch betrachtet ist die Körpersprache ein sehr starkes Programm und deutlich älter als das gesprochene Wort! Lange bevor die Menschheit eine Lautsprache entwickelte, galt die Körpersprache als einziges und wichtigstes Verständigungsmittel untereinander. Eine funktionierende Freund-Feind Kennung war für die Stämme überlebenswichtig.

Also, lesen Sie weiter und lernen und benutzen Sie die Körpersprache, die am häufigsten verwendete, aber auch am meisten missverstandene Sprache der Welt.